Beiträge Von :

Anke Radeschewski-Colombo

Zwischen den Stühlen 1024 723 Anke Radeschewski-Colombo

Zwischen den Stühlen

Als Architektin sitze ich immer wieder zwischen den Stühlen, soll als eierlegende Wollmilchsau zwischen ihnen produktiv sein und gleichzeitig die Brandherde auf den Sitzflächen löschen.

Denn ich bin in Personalunion freie Kreative und Antragstellerin, Avantgardistin, Traditionalistin und Hüterin der anerkannten Regeln der Technik. Ich vertrete gleichzeitig den Bauherrn, mein Team und mich selbst, bin interdisziplinäre Spezialistin und spezialisierte Generalistin und viel, viel mehr. Ich soll ausgleichen und gleichzeitig Konflikten nicht aus dem Weg gehen, visionär sein und dabei das Detail immer im Blick haben …

Es gibt unbequeme Orte zwischen den Stühlen, aber auch erquickliche Plätzchen, genauso wie manche Stühle unkomfortabel sind und manche behaglich.

Den Umgang damit habe ich in meiner praktischen Ausbildung zur Mediatorin im Planungs-, Bau- und Umweltbereich professionalisiert. Damit es mir und den Menschen, mit denen ich zusammenarbeite, sowohl auf als auch zwischen den Stühlen gelingt, entspannt und effektiv zusammenzuarbeiten.
In meiner Masterarbeit über die Auswirkung mediativer Kommunikation auf Qualität und Kosten in Bauabläufen habe ich dies für die üblichen kommunikativen Schnittstellen von Planungsbüros genauer untersucht und unterstütze jetzt am Bau beteiligte Parteien bei der Gestaltung Ihrer internen und externen Kommunikationsprozesse, so dass mediative Kommunikation nicht nur das Arbeitsleben menschlicher macht, sondern sich für meine Auftraggeber auch in Geld und Zeit messen lässt.

Jeder hat seinen eigenen Geschmack und sitzt nicht automatisch dort bequem, wo andere ihm einen Platz angeboten haben oder wo sie sich selbst hingesetzt hat.

Immer wieder stellt sich die Frage, wo der eigene Platz im Arbeitsleben ist, wie man mit Konflikten, Entscheidungen, Veränderungen kreativ umgehen kann oder wie man Zusammenarbeit, Führung und Strukturen konstruktiv gestalten kann.
Im Coaching unterstütze ich Sie ganz individuell dabei, Ihre bisher unentdeckten Stärken zu finden, noch ungenutztes Potenzial zu entfalten, aber auch dabei, alte Wunden zu pflegen oder neue Wege zu beschreiten.

Testen Sie mich und abonnieren Sie die Blog-News. Als Plus gibt es spannende Inspirationen via Podcast.

Tête a Tête mit dem Unbewussten 1024 725 Anke Radeschewski-Colombo

Tête a Tête mit dem Unbewussten

Kennen Sie das?

Dieses komische Gefühl, das Sie nicht zuordnen können, dieser irritierende Schmerz, der kommt und geht und den sie nicht verstehen, diese Gedanken, die kreisen und kreisen?

Willkommen im Club des Unbewussten!

Ihr Körper versucht, Ihnen etwas mitzuteilen, Ihr Unbewusstes möchte Ihnen wichtige Informationen zur Verfügung stellen. Doch leider sprechen Sie nicht die gleiche Sprache.

Kennen Sie das auch?

Diese Versunkenheit, wenn Sie an etwas arbeiten und nicht bemerken, wie die Zeit vergeht, die Mühelosigkeit, wenn alles wie eine gut geölte Maschine läuft, kurz, wenn Sie im Flow sind?

Auch hier: Willkommen im Club des Unbewussten!

Wie kann das der gleiche Club sein?
Beide Male kommen Unbewusstes und Bewusstes Denken zusammen, nur arbeiten sie einmal fokussiert als Team zusammen und einmal boykottieren sie sich gegenseitig.

  • Mit Tunnelblick sehen Sie zum Beispiel nur noch das Ziel. Das kann hilfreich sein, wenn Sie wie bei einem Marathon den Weg kennen, aber störend, sobald Sie sich orientieren müssen, um überhaupt einen Weg zu entdecken.
  • Wenn Sie verliebt sind, fühlen Sie nur noch das Kribbeln im Bauch. Wunderbar, wenn Sie einen romantischen Abend zu zweit verbringen, aber ablenkend, wenn Sie die Steuererklärung abschließen müssen.
  • Flucht ist sinnvoll, wenn ein bissiger Hund hinter Ihnen her ist, wenn Sie vor einer Präsentation weglaufen, wird es Ihnen vermutlich eher schaden.

Wie bringen Sie Ihre Club-Mitglieder dazu, zielführend zusammenzuarbeiten?

Legen Sie Ihren Fokus gleichzeitig auf das, was Sie bewegt und auf das was Sie bewegen möchten, damit sie

  • endlich aus dem alten Trott ausbrechen können.
  • innere und äußere Hindernisse überwinden können.
  • Ihre schlummernden Ressourcen wecken können, um sich von ihnen unterstützen zu lassen.

Begegnen Sie allen Club-Mitgliedern neugierig und respektvoll und lernen Sie ihre Facetten kennen, dann werden sie Ihnen hilfreich zur Seite stehen. Vor allem Ihre zu einem Schattendasein verurteilten ungeliebten Eigenschaften, Gewohnheiten und Ängste spielen sich umso deutlicher in den Vordergrund und setzen sich umso hartnäckiger fest, je mehr Sie versuchen, sie zu verdrängen.
Wenn Sie die Club-Mitglieder neu aufstellen möchten, sollten Sie ihre Absichten kennenlernen, damit Sie ihnen dann einen angemessenen Platz oder eine neue Rolle zuweisen oder sie verabschieden können.

Laden Sie den ganzen Club zum Tête a Tête und seien Sie neugierig, auf das, was seine Mitglieder Ihnen erzählen.

Keine Antwort ist auch eine Antwort! 1024 725 Anke Radeschewski-Colombo

Keine Antwort ist auch eine Antwort!

Aber tun Sie das Ihren Kunden nicht an – und vor allem sich selbst nicht.

Jemanden nicht zu beachten führt dazu, dass sich die Ignorierten alle Mühe geben werden, um aufzufallen und wahrgenommen zu werden. Früher stand daraufhin vielleicht jemand frustriert mit einem Plakat am Straßenrand. Heute haben diejenigen vermutlich einen Facebook-Account und lassen alle Welt teilhaben an ihrem Frust – schrill, auffällig und flächendeckend.

Was also tun?

Jedes Management-Buch beschreibt, dass eine Kundin, die sich beschwert, immer noch eine potentielle Kundin ist, die sie zurückgewinnen oder weiter an sich binden können. Sie mögen einen Kunden als lästig oder seine Kritik als unberechtigt empfinden. Aber er hat sich die Mühe gemacht, sich mit seinen Erfahrungen direkt an Sie zu wenden, statt mit dem Rest der Welt über Sie zu reden. Er möchte von Ihnen wahrgenommen werden in seiner Enttäuschung; als Mensch mit Emotionen.

Emotionen? Setzt da nicht jede Werbung an? Und Sie wollen da aufgeben, wo sie Ihnen frei Haus geliefert werden?

Bedanken Sie sich stattdessen bei Ihrer Kundin! Sie hat Ihnen wichtige Informationen geliefert über das, was ihr wichtig ist. Reden Sie mit Ihrem Kunden, damit sie erfahren, was er von Ihnen erwartet. Auf den ersten Blick sieht man Beschwerden oft nicht an, dass sie Einladungen zur Innovation sind: ihren Zweck, ihr Erneuerungspotenzial und die Pluspunkte für Ihr spezielles Geschäft finden Sie nur, wenn Sie sich mit den Bedürfnissen Ihrer Kunden befassen.

Dann laufen Sie auch nicht Gefahr, einen Status quo zu kultivieren, der längst nicht mehr aktuell ist.

Sie bleiben am Puls der Zeit.

Wie Sie das am besten tun zeigen Ihnen Der Rote Faden durchs Konfliktlabyrinth und die Erkenntnis, Konflikte sind wie Steine.

Nein, lesen Sie dies nicht! 1024 725 Anke Radeschewski-Colombo

Nein, lesen Sie dies nicht!

Und? Was hat sich in Ihnen gerührt?

Widerspruch, nach dem Motto „jetzt erst recht“? Neugier, warum Sie dies nicht lesen sollten? Unverständnis und die Frage „was denn dann?“?

Auf jeden Fall hat keine dieser Fragen Sie davon abgehalten, weiterzulesen.

Sondern sie haben ganz klassisch mit „ich tu’s“ auf den Appell einer „tu’s-nicht-Botschaft“ reagiert.
Das liegt daran, dass unser Gehirn von der Aufforderung, etwas nicht zu tun, gleichzeitig dazu angehalten wird, etwas zu tun. Da wir in Bildern denken, nimmt es eine visuelle Übersetzung dieses „etwas“ vor – für ein abstraktes „nicht“, kennt es jedoch kein Bild und lässt es der Einfachheit halber weg.

Und schon sind Sie oder Ihr Gegenüber mitten drin, in dem, was sie nicht tun sollten oder wollten:

Zum Beispiel entspannt sich Ihr Partner, denn er hat klar vor Augen, wie es aussieht, wenn er die Sporttasche lässig in die Ecke schmeißt und Ihre Tochter sieht schon die wunderbaren Spritzer, die entstehen, wenn sie in die Pfütze springt. Ihnen selbst läuft bei dem Gedanken an 5 Kugeln Eis das Wasser bereits im Munde zusammen und Ihren Mitarbeiter steht bei den Worten „Zeitplan nicht überziehen“ plastisch vor Augen, wie sie die Deadline im Kalender weiter nach hinten schieben.

Und mal ehrlich: Wann bekommt man je so intensive Aufmerksamkeit, wie ab dem Punkt, an dem das „nicht“ passiert?

Warum sollte man darauf verzichten?

Was also tun?

Sobald Sie ein konkretes alternatives Bild erzeugen, das diejenige der unendlich vielen Alternativen beschreibt, die Sie sich statt des „nicht“ vorstellen, wird genau dieses übernommen. Statt eines vagen „das will ich nicht“ entsteht ein präzises „genau dies möchte ich“.

Und Sie müssen mit ganzem Herzen dabei sein, wenn Sie Ihre Partnerin bitten, ihre Sportsachen aufzuräumen oder Ihren Sohn dazu auffordern, zwischen den Pfützen Slalom zu laufen. Sie selbst müssen davon überzeugt sein, dass 2 Kugeln Eis heute ausreichen und Ihre Mitarbeiter müssen spüren, wie wichtig und ernst es Ihnen ist, dass die Deadline eingehalten wird.

Für den Fall, dass Sie noch halbherzig bei der Sache sind oder sich unentschlossen fühlen, ist eine Sparringpartnerin hilfreich: sie kann den Spiegel vorhalten, um die eigene Wirkung und Entschlossenheit auszuprobieren oder dabei helfen, die eigenen Bedürfnisse zu erkunden, Ziele abzustecken und Aufgaben zu formulieren.

Schaffen Sie das alleine? Oder haben Sie das nicht nötig?

Schicken Sie mir keine Nachricht oder rufen Sie mich an!

Aufwachen! 1024 725 Anke Radeschewski-Colombo
Schaffen Sie möglichst viele Gelegenheiten, um geweckt zu werden!

Aufwachen!

Aufwachen und raus aus der Alltagstrance!

Wie oft tun Sie etwas während Sie an etwas komplett anderes denken?
Wie oft probieren Sie einen neuen Weg zur Arbeit aus oder machen den Großeinkauf woanders?
Wann nehmen Sie die Zahnbürste mal in die andere Hand?

In Ihrer Alltagstrance machen Sie automatisch so weiter, wie Sie es gewohnt sind.

Das ist praktisch und kraftsparend, wenn es um positive Gewohnheiten geht. Und die anderen?

Was tun, wenn es mit den guten Vorsätzen einfach nicht klappt?

Jeder und alles schubst Sie in die gewohnte Richtung. Wenn Sie etwas verändern möchten, sollten Sie Ihr Leben umdekorieren, so dass Sie möglichst oft beim Schauen, beim Hören, beim Riechen und beim Schmecken erwachen und sich daran erinnern, die neue Richtung einzuschlagen.

Packen Sie die Erinnerungen an alte Gewohnheiten weg und stellen Sie Impulse für neue bereit.

Räumen Sie Ihren Schreibtisch um, wenn sich etwas im Büro verändern soll: weg mit der Orchidee und hin mit dem Kaktus, wenn Sie künftig stachelig sein und auch mal „nein“ sagen wollen.

Kleben Sie sich ein Bild von zwei Händen an den Schrank mit den Süßigkeiten, wenn Sie abnehmen wollen und pressen Sie Ihre Handflächen vor dem Öffnen erst mal fest dagegen. So können Sie Ihre bisherige „Tür-auf-und-Süßigkeiten-futtern-Trance“ mit der „Tür-zu-und-schlank-werden-Trance“ gezielt ersetzen.

Stellen Sie Ihre Laufschuhe mitten in den Korridor, wenn Sie mehr Sport machen wollen. Oder rahmen Sie die Rechnung Ihres Fitness-Clubs ein. Sie werden sich sehr anstrengen müssen, verschämt darüber hinweg zu sehen, statt zum Training zu gehen.

Das ist wesentlich effektiver als den großen Vorsatz zu fassen, diesmal wirklich, WIRKLICH Willensstärke zu beweisen und alles, ALLES besser zu machen. Schaffen Sie sich in Ihrem Alltag lieber mit vielen Kleinigkeiten eine kontinuierliche Erinnerung an das, was Ihnen wirklich wichtig ist.

Oder stellen Sie Ihren Wecker nur für einen einzigen Morgen und verschlafen dann für ein ganzes Jahr nicht mehr?

Maurizio hat sich zum Beispiel das Bild eines Lasso-werfenden HB-Männchens aufgehängt. Das bringt ihn zum Schmunzeln und er geht gelassener in die Verhandlungen mit seinen Geschäftspartnern: Er erinnert sich jetzt nämlich rechtzeitig daran, seine Partner mit dem Gesprächs-Lasso gefühlvoll einzufangen, statt in die Luft zu gehen und sie mit der Argumente-Knarre abzuknallen.

Hört sich albern an? Funktioniert aber!

Probieren Sie es doch mal aus: Hängen Sie sich diese Geschichte an den Kühlschrank, stellen Sie Ihre Laufschuhe auf den Schreibtisch, legen Sie die Zigaretten ins Gefrierfach.

Erzählen Sie sich eine Geschichte, die Sie überzeugt und zum Handeln bringt. Dekorieren Sie um – Ihren Schreibtisch, Ihren Kleiderhaken, Ihren Kühlschrank, Ihre Trance.

Von Äpfeln und Aufgaben, von Intuition und einem meiner Lieblingsworte 1024 725 Anke Radeschewski-Colombo
Und jetzt bloß nicht prokrastinieren, sondern einfach mal lachen, auf den eigenen Bauch hören und loslegen!

Von Äpfeln und Aufgaben, von Intuition und einem meiner Lieblingsworte

„Prokrastination“ – Ich liebe dieses sperrige Wort, weil es mich zum Lachen bringt und daran erinnert, dass man nicht gleichzeitig guter Laune und widerwillig sein kann: Sobald ich mich selbst nicht so ernst nehme, kann ich alles, was ich habe warten lassen, wieder beschwingter angehen.

Wenn es dann doch nicht klappt, liegt es in der Regel daran, dass die Idee noch nicht reif oder das Lachen nicht echt ist.

Deshalb pflege ich meine Intuition, damit ich unterscheiden kann, ob diszipliniertes Arbeiten oder kreative Muße, ob Fachexpertise oder Empathie helfen, um Ideen zu entwickeln und Hindernisse aus dem Weg zu räumen.
Intuition bedarf gründlicher Vorarbeit, ist sie doch das Produkt von Wissen und Erfahrungen, von Erlebnissen mit anderen Menschen und einem guten Draht zu den eigenen Bedürfnissen.

Und hier kommt der Vergleich mit den Äpfeln ins Spiel, denn auch ein Obstgarten entsteht nicht über Nacht:

Es erfordert Disziplin, um das nötige Wissen über den Apfelanbau zu sammeln, den Garten vorzubereiten und die Bäumchen zu pflanzen. Ich muss zum rechten Zeitpunkt pflegen und schützen. Ich brauche Geduld und das Vertrauen, gute Vorarbeit geleistet zu haben, damit alles wachsen, blühen und gedeihen kann. Die Äpfel reifen von selbst, aber vielleicht brauche ich noch Hilfe, um die Früchte zu ernten und zu verarbeiten.

Was bedeutet dies für Ihre Vorsätze oder für das, womit andere Sie beauftragt haben?

  • Lernen Sie Ihre Vorlieben und Stärken kennen, damit Sie wissen, was Sie später ernten möchten und können.
  • Suchen Sie sich Unterstützer, damit Sie in harten Zeiten nicht alleine sind.
  • Legen Sie sich einen soliden Grundstock aus Wissen und Werkzeugen an, damit Ihnen niemand eine Pflaume statt eines Apfels andrehen kann.
  • Pflegen Sie Ihre Intuition, so dass Sie wissen, was zu tun ist und wann der rechte Zeitpunkt dafür ist.

Und jetzt bloß nicht prokrastinieren, sondern einfach mal lachen, auf den eigenen Bauch hören und loslegen!

Die Reise vom Sehnsuchtsort über die persönliche Inspirationsquelle zur Umsetzung und die 6 Schritten damit aus Vorsätzen Wirklichkeit wird helfen Ihnen dabei weiter.

Gestern stand ein Vorwurf im Raum 1024 725 Anke Radeschewski-Colombo
Schauen Sie sich den Vorwurf ganz genau an, dann verstehen Sie, wie und wann er entstanden ist und welchem Zweck er dient.

Gestern stand ein Vorwurf im Raum

Der Vorwurf war omnipräsent und mächtig im Weg.

Jeder konnte ihn spüren, auch wenn er nicht direkt benannt wurde.

Niemand weiß, wer ihn dorthin gestellt hat, aber jeder ist genervt. Er fängt an, das Betriebsklima zu verpesten, weil jeder um ihn herumschleicht, sein Gegenüber als Verursacher vermutet und die Arbeit unter seinem Einfluss schwieriger und unerfreulicher ist.

Vermutlich hat jemand einen kleinen Vorwurf durch die Tür geschoben und weil sich niemand um ihn gekümmert hat, ist er unbemerkt angeschwollen. Vielleicht ist er auch schon so lange da, dass sich niemand mehr erinnert. So wie die geerbte Schrankwand von Tante Kunigunde und Onkel August, die keiner haben will und von der man nicht mehr weiß, wie man sie demontiert, passt der Vorwurf nicht mehr durch die Tür.

Was sollen Sie jetzt mit ihm anstellen?

Sie können ihn sich schönreden, indem Sie behaupten, er störe kaum und liefere immerhin ein Gesprächsthema. Oder Sie geben ihm einen neuen Anstrich und erklären ihn für dekorativ.

Sie können umziehen und ihn zurücklassen, aber was tun, wenn der Nachmieter ihn nicht will?

Sie können ihn zerschlagen, zersägen oder verbrennen, aber was tun Sie, wenn sich seine Splitter, Späne und Abgase weiter durch die Abteilungen fressen?

Eines ist klar: Wenn Sie den Vorwurf ignorieren, wird er wachsen und gedeihen, Ableger bekommen und eher früher als später durch die Decke gehen. Wie werden Sie ihn dann wieder los?

Schauen Sie ihn sich ganz genau an, dann erkennen Sie, aus welchem Holz er geschnitzt ist und verstehen, wie und wann er entstanden ist und welchem Zweck er dient:

Vorwürfe sind Einladungen zu Veränderung, ernst genommen, verwandeln sich die sperrigen Störenfriede in nützliche Mitarbeiter.

Denn man sieht Vorwürfen oft nicht auf den ersten Blick an, was in ihnen steckt: ihren Zweck, ihr Erneuerungspotenzial und die kleinen Erleichterungen für den Alltag finden Sie nur, wenn Sie ganz genau hinschauen. Dann laufen Sie auch nicht Gefahr, einen Status quo zu kultivieren, der längst nicht mehr zeitgemäß ist, sondern können, wie in einem Steinbruch nach Rohlingen schürfen und in der Werkstatt die Facetten herausarbeiten.

Welche Vorwürfe nehmen Sie unter die Lupe?

Was tun Sie mit den Dingen, die sich einschleichen, im Weg herumstehen und sich einfach nicht zurechtrücken lassen?

Leitkultur oder Kulturleitung? 1024 725 Anke Radeschewski-Colombo
Gibt es bereits eine Kulturleitung und was leitet sie: frische oder abgestandene Ideen, verträglichen oder belasteten Treibstoff, gewinnbringende oder kostspielige Motive? Ist Ihre Kulturleitung eher eine Pipeline, ein Schlauch oder ein Strohhalm? Verläuft sie geradlinig oder verzweigt? Wen schließt sie an, wen aus?

Leitkultur oder Kulturleitung?

Haben Sie schon mal darüber nachgedacht, welches die Zutaten zu Ihrer Leitkultur sind?

Das können z.B. Dinge sein, die Sie von Ihren Eltern gelernt, bei Ihrem Partner abgeschaut oder von den Menschen am Arbeitsplatz oder im Verein mitgenommen haben.

Salopp gesagt, bestimmt Leitkultur dasjenige, was Sie tagtäglich sagen oder tun, ohne dass Sie darüber nachdenken (müssen).

Die Ihrer Leitkultur können Sie steuern, indem Sie sich mit der Kulturleitung befassen:

Gibt es bereits eine Kulturleitung und was leitet sie: frische oder abgestandene Ideen, verträglichen oder belasteten Treibstoff, gewinnbringende oder kostspielige Motive?

Ist Ihre Kulturleitung eher eine Pipeline, ein Schlauch oder ein Strohhalm? Verläuft sie geradlinig oder verzweigt? Wen schließt sie an, wen aus?

Sobald Sie sich dies bewusst machen, können Sie selbst regulieren, was in welchem Maße in Ihre Kultur einfließt:

Im Unternehmen (und auch in der Familie oder im Verein) übernehmen Sie die Kulturleitung, sobald Sie Gelegenheiten schaffen, Automatismen in den Fokus zu rücken, Leitmotive zu entdecken und auf ihre Tauglichkeit zu untersuchen, sie gegebenenfalls zu verändern, auszubauen oder neu zu entwickeln. Damit weisen Sie die Entwicklungsrichtung für zukünftige Zusammenarbeit, Erneuerung und Erhaltung.

Wer übernimmt bei Ihnen die Kulturleitung und nach welchem Leitmotiv? Soll sie modernisiert, ausgeweitet oder umgeleitet werden? Wer wartet sie und wer bestimmt den Preis?

Nach dem Patt folgt Schachmatt? 1024 725 Anke Radeschewski-Colombo

Nach dem Patt folgt Schachmatt?

Beate war sich ganz sicher: Sie würde das Architekturbüro ihres Vaters übernehmen, aber keinesfalls so führen wie er. Sie werde auf flache Hierarchien, auf geteilte Verantwortung sowie mehr Mitbestimmung setzen und hat auch schon den langjährigen Mitarbeiter Alex im Auge, den sie als Partner in die neue Bürostruktur aufnehmen will.

Georg war sauer: Seine Tochter gefährdete leichtfertig Produktivität und Renommee des Büros, das er über 30 Jahre aufgebaut und geführt hat. Statt sich der unternehmerischen Verantwortung zu stellen, wollte sie die Angestellten auf Augenhöhe mitbestimmen lassen. Dabei baute er schon seinen Mitarbeiter Alex auf, damit dieser Beate dabei unterstützen konnte, das Büro mit den bewährten Konzepten zu vergrößern und weiter durch jede Krise zu steuern.

Alex überraschte alle: Er kündigte, weil er nicht mehr effizient arbeiten konnte, wenn sich die Inhaber nicht einig waren, ihm widersprüchliche Anweisungen gaben und er seine Vorgehensweise teils im Stundentakt ändern, teils verheimlichen musste. Als der bis dahin still vor sich hin schwelende Konflikt lautstark eskalierte, suchten sich weitere Mitarbeiter neue Jobs.

Das Büro rutschte in Richtung Abgrund: Die Inhaber blockierten sich gegenseitig und darüber hinaus fehlten zwischenzeitlich schlichtweg erfahrene Mitarbeiter, damit Kunden betreut, Qualitätsstandards aufrechterhalten und Termine eingehalten sowie Beates Arbeitsaufträge und Georgs spontane Änderungswünsche ausgeführt werden konnten.

Wie verhinderten Beate und Georg ein Schachmatt?

Zunächst suchten sie sich Unterstützung, damit ihre bis dahin lautstark, unfair und chaotisch verlaufenen Streitgespräche wieder zum strukturierten Meinungsaustausch im Dienste des Büros wurden. In diesem Rahmen sprachen sie erstmals darüber, dass es auch Dinge gibt, die sie an der Arbeit des jeweils anderen schätzen und an welchen Stellen ihre Zusammenarbeit in der Vergangenheit gut funktioniert hat.
Damit veränderten sie die Stimmung im Büro zum Positiven und durch den Austausch über das „wofür“ ihrer unterschiedlichen Herangehensweisen, konnten sie über bisher konfliktbeladene Themen reden, ohne sich jedes Mal persönlich anzugreifen.

Es folgte ein Prozess der Lösungs-er-findung in dem Beate und Georg anhand gemeinsam festgelegter Kriterien eine Strategie zur Weiterführung des Büros entwickelten.
Um weitere Kündigungen zu verhindern, informierten sie die Mitarbeiter über ihr Zukunftsszenario, definierten gemeinsam die zukünftigen Rollen im Unternehmen und stellten einen Zuständigkeits-, einen Umsetzungs- und einen Zeitplan auf.

Wo liegt Ihr Weg aus dem Patt?

Womit gewinnt Ihr Unternehmen?

Vom Sehnsuchtsort über die persönliche Inspirationsquelle zur Umsetzung 1024 725 Anke Radeschewski-Colombo

Vom Sehnsuchtsort über die persönliche Inspirationsquelle zur Umsetzung

Was wäre, wenn Sie Ihren inneren Ruhepol und Ihre persönliche Inspirationsquelle auf Abruf dabei hätten, so dass Sie überall Kraft tanken, sich orientieren und Ihre Kreativität entfalten könnten?

Dann würden Sie sich regelmäßig ein Viertelstündchen Pause im Alltag gönnen, um alles, was Sie eh schon haben, zieldienlich zu nutzen: Ihren Standpunkt, Ihre Atmung, die Grübeleien, die Ihnen durch den Kopf gehen und die Fragen, die Sie sich stellen:

Standpunkt und Atmung

Sie verschaffen sich einen guten Stand: die Füße hüftbreit, die Knie locker, die Arme entspannt hängend, den Kopf erhobenen. Dann spüren Sie Ihrem Atem dabei nach und steigen aus der Hektik des Tagesgeschäfts aus. Zur Unterstützung stellen Sie sich einen Ort vor, an dem Sie die Seele baumeln lassen können, vielleicht in Kombination mit einem guten Geruch oder einem beruhigenden Klang.

Grübeln und Fragen

Gedanken schießen Ihnen dabei in der Regel wie von selbst in den Kopf. Neu ist, dass Sie sie mit einem freundlichen „das ist ja interessant“ oder „ich bin mir sicher, dass das Sinn machen wird“, begrüßen und sie weiterziehen lassen, statt sie festzuhalten und sich mit ihnen im Kreis zu drehen.
Sie entspannen sich und überlassen es Ihrem Unterbewusstsein, die Antworten die folgenden Fragen zu suchen:

Wo will ich hin? Was will ich tun? Und vor allem: Wofür?

Auch hier kommt das Grübeln meist wie von selbst. Sie begrüßen es mit einem „ich bin mir sicher, etwas möchte sich zeigen“ und sammeln alles, was Ihnen in den Sinn kommt, ohne darüber zu urteilen.

Sie veranstalten ein Brainstorming mit Ihrem Unterbewusstsein.

Die Auswertungsrunde übernehmen Sie dann wieder mit Ihrem Bewusstsein, trennen die Spreu vom Weizen und legen die Marschrichtung fest. Sobald Sie wissen, wohin die Reise gehen soll, pendeln Sie mit Ihrem „wofür“ im Hinterkopf zwischen versponnener Tagträumerei und knallharter Planung hin und her. Nach und nach beantworten Sie damit die Fragen nach Ihrer Rolle, dem „wie“ und dem „womit“. Dann machen Sie sich an die Umsetzung:

6 Schritte, damit aus guten Vorsätzen Wirklichkeit wird

  • 1
  • 2